Etwa 15.000 wohnungslose Menschen leben in Berlin, um die 3.000 - 4.000 Menschen davon sind schätzungsweise obdachlos. Wer obdachlos ist, Mangel und Gewalt erlebt, ist an Leib und Leben gefährdet.

 

Ärzte, Zahnärzte und Pflegekräfte in medizinischen Anlaufstellen haben 2015 in Berlin in fast 30.000 Fällen* obdachlose Menschen medizinisch und hygienisch versorgt. Die Tendenz ist steigend!

 

Viele dieser Menschen sind geschwächt und verwahrlost. Die vorhandene ambulante medizinische Versorgung  reicht oft nicht aus, um Erkrankungen nachhaltig zu heilen. Die Praxen und Ambulanzen für obdachlose Menschen sind i. d. R. ohne sichere Perspektiven finanziert, mäßig ausgestattet und ohne das Engagement von ehrenamtlich tätigen Ärzten und Zahnärzten nicht arbeitsfähig.

 

Alle Ambulanzen und Praxen der medizinischen Versorgung für obdachlose Menschen haben im Jahr 2013 gemeinsam einen "Runden Tisch" gegründet, um sich fachlich auszutauschen und gemeinsame Strategien zur Verbesserung der Rahmenbedingungen in Berlin zu entwickeln.

 

Der "Runde Tisch" hat 2014 ein Positionspapier zur medizinischen Versorgung obdachloser Menschen erarbeitet.

Acht beteiligte Trägerorganisationen haben dieses Positionspapier unterzeichnet und Ende 2014 an den Senator für Gesundheit und Soziales gesendet.

 

 

*Quelle: Auswertung „Runder Tisch medizinische Versorgung obdachloser Menschen“ 2016